Fett ist nicht gleich Fett – auf die richtige Qualität kommt es an

13. August 2026
Fett ist nicht gleich Fett – auf die richtige Qualität kommt es an
Fett ist nicht gleich Fett – auf die richtige Qualität kommt es an

 

Fett ist nicht gleich Fett – auf die richtige Qualität kommt es an

Fett hat seit langem einen schlechten Ruf. Dabei ist Fett für unseren Körper unverzichtbar. Es liefert Energie, ist Bestandteil von Zellmembranen, unterstützt die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K und spielt eine wichtige Rolle für zahlreiche Körperfunktionen. Entscheidend ist deshalb nicht, möglichst wenig Fett zu essen, sondern auf die richtige Art von Fett zu achten.

Gute und weniger günstige Fette

Einfach ungesättigte Fettsäuren finden sich beispielsweise in Olivenöl, Rapsöl, Avocados und Nüssen. Sie gehören neben den mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu den günstigen Fettquellen einer ausgewogenen Ernährung.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren kommen unter anderem in fettem Fisch, Walnüssen, Leinöl und Sonnenblumenöl vor. Dazu gehören Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die der Körper teilweise nicht selbst bilden kann.

Gesättigte Fettsäuren stecken beispielsweise in Butter, fettem Fleisch, Wurst, Käse, Schlagobers sowie Kokos- und Palmfett. Sie sollten nicht vollständig gemieden, aber in kleineren Mengen genossen werden.

Besonders ungünstig sind industriell hergestellte Transfette. Sie können unter anderem in frittierten Lebensmitteln und bestimmten industriell hergestellten Backwaren vorkommen. Die WHO empfiehlt, Transfette möglichst zu vermeiden und gesättigte Fette durch ungesättigte Fettsäuren zu ersetzen.

Ist fettarm automatisch gesünder?

Nicht unbedingt. Fettreduzierte Lebensmittel können sinnvoll sein, wenn dadurch insgesamt weniger Energie aufgenommen wird. Entscheidend ist aber das gesamte Lebensmittel. Manche Produkte enthalten zum Ausgleich mehr Zucker, Stärke oder andere Zutaten. Und ein psychologischer Effekt kommt hinzu: „fettarm“ kann dazu verleiten, eine größere Portion zu essen.

Eine interessante Studie der Lund University untersuchte rund 27.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Malmö Diet and Cancer Study. Nach rund 20 Jahren waren 2.860 Fälle von Typ-2-Diabetes dokumentiert. Personen mit dem höchsten Konsum fettreicher Milchprodukte hatten ein um 23 Prozent niedrigeres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, als Personen mit dem niedrigsten Konsum. Die Forscher betonten jedoch ausdrücklich, dass daraus kein ursächlicher Zusammenhang abgeleitet werden kann. Auch die häufig genannte Erklärung, das Protein sei dafür verantwortlich, wurde in dieser Studie nicht bewiesen.

Mediterran genießen

Viele Ernährungskonzepte setzen deshalb weniger auf „fettarm“ und mehr auf hochwertige Fettquellen. Die mediterrane Ernährung ist dafür ein gutes Beispiel: Olivenöl, Nüsse, Fisch, Gemüse und Hülsenfrüchte stehen im Mittelpunkt. Es geht also nicht darum, Fett vom Speiseplan zu streichen, sondern bewusst auszuwählen.

Fett ist schließlich nicht der Feind. Die bessere Frage lautet: Welches Fett kommt auf den Teller – und womit wird es kombiniert?

 

WP, 13.08.2026