Superfoods mit Nebenwirkungen - muss das Gute immer aus der Ferne kommen?

22. August 2026
Superfoods mit Nebenwirkungen - muss das Gute immer aus der Ferne kommen?
Superfoods mit Nebenwirkungen - muss das Gute immer aus der Ferne kommen?

 

Superfoods mit Nebenwirkungen - muss das Gute immer aus der Ferne kommen?

Chiasamen, Goji-Beeren, Acai, Matcha oder Quinoa gelten als wahre Stars der gesunden Ernährung. Ihnen werden besonders viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe zugeschrieben, manchmal sogar heilende Wirkungen. Doch der Begriff „Superfood“ ist weder rechtlich noch wissenschaftlich eindeutig definiert. Und vor allem gilt: Kein einzelnes Lebensmittel macht eine Ernährung automatisch gesund. Entscheidend ist die Vielfalt auf dem Teller.

Exotisch heißt nicht automatisch besser

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass viele als Superfoods beworbene Lebensmittel noch nicht ausreichend untersucht sind, um ihre gesundheitlichen Wirkungen umfassend zu beurteilen. Zudem können bestimmte Produkte unerwünschte Inhaltsstoffe oder Verunreinigungen enthalten. Bei Nahrungsergänzungsmitteln mit konzentrierten Extrakten können mögliche Risiken sogar größer sein als beim ursprünglichen Lebensmittel.

Auch Untersuchungen von Verbraucherorganisationen haben bei einzelnen importierten Superfood-Produkten Belastungen mit Schadstoffen festgestellt. Dabei kann die Herkunft allein allerdings nicht als Qualitätsurteil dienen: Auch Bio-Produkte sind nicht automatisch frei von sämtlichen Umwelt- oder Verarbeitungsrückständen. Entscheidend sind kontrollierte Herstellung, Qualität und sichere Verarbeitung.

Die heimische Konkurrenz kann sich sehen lassen

Warum also in die Ferne schweifen? Schwarze Johannisbeeren (Schwarze Ribisel) können beispielsweise eine interessante heimische Alternative zu Goji-Beeren sein. Leinsamen liefern Omega-3-Fettsäuren und Proteine und weisen damit Gemeinsamkeiten mit Chiasamen auf.

Auch Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren und Ribisel, dazu Kohl, Rote Rüben, Petersilie, Haferflocken, Walnüsse und Haselnüsse bringen reichlich wertvolle Inhaltsstoffe auf den Teller. Leinsamen und Nüsse liefern ungesättigte Fettsäuren, während Gemüse, ObstVollkorn- und Hülsenfrüchte wichtige Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe beitragen. Die ARGES - Österreichische Agentur für Gesundheit- und Ernährungssicherheit empfiehlt deshalb eine abwechslungsreiche Auswahl aus diesen Lebensmittelgruppen.

Und auch Quinoa ist nicht unersetzlich: Hirse ist eine heimische Alternative und lässt sich ebenso vielseitig als Beilage, für Bowls oder Salate verwenden.

Superfood beginnt vor der eigenen Haustür

Der eigentliche Superfood-Trick ist erstaunlich unspektakulär: abwechslungsreich essen, viel Gemüse und Obst genießen, Vollkornprodukte bevorzugen und regelmäßig Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte auf den Speiseplan setzen. Dafür braucht es nicht zwingend exotische Zutaten mit langen Transportwegen.

Wer regionale Lebensmittel wählt, entdeckt eine beeindruckende Vielfalt direkt vor der eigenen Haustür und kann gleichzeitig heimische Produzenten und Händler unterstützen. Denn manchmal liegt das vermeintliche Superfood nicht im fernen Regenwald, sondern im eigenen Garten, auf dem Feld oder im heimischen Obstgarten.

 

WP, 22.08.2026