Ingwer – die scharfe Knolle und ihre besonderen
Eigenschaften
Ein kleines Stück Ingwer und schon bekommt ein Gericht eine
ganz neue Richtung: frisch, zitronig und angenehm scharf. Ob in der Suppe, im
Curry, im Tee oder in einer Marinade – die aromatische Knolle ist in vielen
Küchen zu Hause. Doch was steckt in ihr, woher kommt die Schärfe und welche
gesundheitlichen Vorteile sind tatsächlich wissenschaftlich untersucht?
Eine Wurzel mit Geschichte
Was wir im Handel als Ingwer kaufen, ist botanisch gesehen
ein unterirdischer Spross der Pflanze Zingiber officinale. Ursprünglich stammt
Ingwer aus Asien und wird heute auch in anderen warmen Regionen angebaut. Sein
charakteristisches Aroma verdankt er verschiedenen Inhaltsstoffen. Dazu gehören
Gingerole, die wesentlich zur typischen Schärfe beitragen. Beim Trocknen und
Erhitzen verändert sich die Zusammensetzung – deshalb schmeckt Ingwer je nach
Verarbeitung unterschiedlich intensiv.
Was kann Ingwer für die Gesundheit tun?
Ingwer wird traditionell bei Verdauungsbeschwerden und
Übelkeit eingesetzt. Tatsächlich gibt es wissenschaftliche Hinweise darauf,
dass er bei schwangerschaftsbedingter Übelkeit helfen kann. Auch mögliche
Effekte bei Menstruationsbeschwerden und bestimmten Gelenkbeschwerden werden
untersucht. Ingwer ist jedoch kein Wundermittel und ersetzt bei
gesundheitlichen Problemen keine medizinische Beratung.
Seine Inhaltsstoffe werden außerdem wegen ihrer
antioxidativen und entzündungsbezogenen Eigenschaften geschätzt. Daraus lässt
sich jedoch nicht automatisch ableiten, dass Ingwer Krankheiten verhindert oder
heilt. Jedoch scheint Ingwer - als Teil einer ausgewogenen Ernährung - einen
wichtigen Beitrag zum Wohlbefinden zu leisten.
Frisch, getrocknet oder als Tee?
Frischer Ingwer eignet sich zum Reiben, Hacken oder
Aufgießen. Für Suppen, Gemüsegerichte und Currys bringt er eine lebendige
Schärfe mit. Getrocknetes Ingwerpulver schmeckt häufig wärmer und eignet sich
gut für Gebäck, Gewürzmischungen und Marinaden. Für Ingwertee einfach einige
dünne Scheiben mit heißem Wasser übergießen und nach Geschmack ziehen lassen.
Aufbewahrungstipp: Frischen Ingwer trocken und kühl lagern.
Angeschnittene Stücke gehören gut verpackt in den Kühlschrank. Verwenden Sie
nur einwandfreie Knollen.
Bei größeren Mengen oder konzentrierten
Nahrungsergänzungsmitteln ist Vorsicht sinnvoll: Ingwer kann Sodbrennen oder
Magenbeschwerden auslösen und möglicherweise mit Medikamenten wechselwirken.
Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme sollten Sie die Anwendung höher dosierter
Präparate ärztlich abklären.
WP, 22.10.2026
